Mein Schnittcomputer (2011)
Hardware:Apple gibt die (ohnehin längst zu teure) Mac-Pro-Reihe auf und konzentriert sich ganz auf die Unterhaltungsbranche. Außerdem wurde Final Cut Pro aufgegeben, das nur auf Mac lief. Es gibt also außer ästhetischen keine Gründe mehr für die Mac-Plattform.
- CPU ist relativ entscheidend für Geschwindigkeit von Rendering und diversen Filtern. Viele Schnittprogramme profitieren von den Intel-spezifischen Befehlen. Insofern empfiehlt sich ein aktueller Intel-Prozessor, zumal AMD zur Zeit keine sehr schnellen Prozessoren produziert. Übertaktung kann nach Erfahrungsberichten sinnvoll sein; werde das demnächst selbst testen.
- RAM ist für dynamische RAM-Vorscheu und komplexe Compositings sinnvoll und zudem aktuell recht billig (z.B. 16GB für ca. 60€). Latenzen und Bandbreite sind vernachlässigbar; es reicht der billigste DDR3-Speicher.
- Grafikkarte beschleunigt aktuelle Software, speziell parallelisierbare Effekte und 3D-Berechnungen. Rendering in Adobe Premiere lässt sich nur mit CUDA-Grafikkarten beschleunigen, die mindestens 768 MB Speicher und 96 CUDA-Kerne haben. Karten mit deutlich mehr Kernen bzw. Speicher bringen relativ geringe Performancevorteile (2011). Taktung ist etwas entscheidender.
- Festplattengeschwindigkeit ist in erster Linie relevant zum Starten von Programmen (aber nur das erste Mal nach dem Hochfahren) und beim Laden von Videodateien. SSDs beschleunigen vor allem Programmstart, sind aber immer noch ungünstig teuer. 15.000U/min-Platten werden teilweise empfohlen, preiswerter sind 7200U/min-Platten mit ca. 100MB/s Durchsatz. Mehr Tipps sind im Internet zu finden.
Bei sonstigen Komponenten kann gespart werden, wenn nicht weitere Anforderungen hinzukommen.
Hier meine Liste (Ende 2011):
- 2× 8GB TeamGroup Elite DDR3-1333 DIMM CL9 Dual Kit 2 x € 28,7 = € 57,42
- Intel Core i5 2500K 4x 3.30GHz So.1155 BOX € 184,56
- 500W Super Flower Gamer Edition SF500A-14A € 42,21
- MS-Tech MIDI LC-700 o.N. (B) € 22,94
- ASRock P67 PRO3 B3 (16x/DDR3/SATA3/USB3/R) € 76,39
- Samsung SpinPoint F4 320GB ca. € 30
- Palit GeForce GST 450 ca. € 87
Software:
Seit der Aufgabe von Final Cut Pro gibt es im professionellen Bereich unterhalb von Avid und Autodesk nur noch die Adobe Creative Suite, die sich in den vergangenen Jahren enorm gegenüber semiprofessionellen Konkurrenten wie Edius und Vegas verbessert hat.
Updates 2012:
Die Grafikkarte ist recht laut und zuweilen gibt es Artefakte im Bild (grüne Blöcke ca. 8x8 Pixel). Ansonsten gibt es noch nichts zu beanstanden. Die Grafikkarte ist ja eigentlich nicht nötig; leider hat das Board keinen Monitorausgang, sonst könnte ich die Grafik des Prozessors nutzen.Alternativen
Es stellte sich heraus, dass der oben beschriebene PC im Prinzip überdimensioniert für den Schnitt von Full-HD-Material von DSLRs ist. Dafür reicht selbst ein fünf Jahre alter Laptop.Laptop: R. hat einen T61p gekauft. Der Laptop hat eine durchschnittliche 7200U/min-Festplatte, einen 2,6Ghz-Mobil-Core2Duo (Penryn) und ein 15,4"-Display mit 1920x1200 Pixeln, was z.B. reicht für ein volles FHD-Bild plus Zeitleiste. Wir haben ihn auf 6GB RAM aufgerüstet. Der nächste Upgrade würde die Festplatte durch eine SSD ersetzen, denn die hat sich zumindest in Premiere als Flaschenhals erwiesen; Premiere spielt nur eine FHD-Spur flüssig. Vegas dagegen kommt dank Caching auch mit sehr langsamen Festplatten gut zurecht und ruckelt nicht, ist aber bei Filtern CPU-intensiver. Die Ergonomie ist gut bis auf das hohe Gewicht und das doch sehr dunkle und sättigungsarme Display (geringer Gamut, ungleiche Ausleuchtung, 175nit: nicht für Draußeneinsatz bei Sonnenlicht geeignet). Für unter 400€ ein ausreichender, mobiler und robuster Schnittcomputer.
Als nächstes wird F. einen T400s kaufen. Geringere Auflösung und höherer Preis, aber deutlich bessere Mobilität und helleres Display und mit DisplayPort. Die W-Serie mit 95% SRGB-Gamut ist mit knapp 1000€ noch viel zu teuer. Wer auf gute Tastatur und Haltbarkeit verzichten kann, nimmt ein Consumer-Modell. Relevant sind viel Ram (>4GB nachrüstbar für unter 30€), schneller Massenspeicher (SSD nachrüstbar für unter 100€) und hohe Auflösung oder Digital-Displayausgang. Die CPU ist nur fürs Rendering wirklich ausschlaggebend; Grafikkarte wird (noch) kaum genutzt, nur für einige Echtzeiteffekte wie Skalierung und Farbkorrektur.
Desktop: Hier gilt Ähnliches; Zweikernprozessoren ab Core Duo bzw. AMD Phenom reichen für Shcnittaufgaben aus. Wer geschickt part, kommt mit 200€ dicke aus; für einen HD-Monitor kommen 90€ hinzu. Leider sind die billigen Monitore alle nicht farbkalibriert und zeigen das gleiche Bild sehr unterschiedlich an; Farbkorrektur sollte an einem gut kalibrierten Monitor stattfinden.
Deutlich rechenintensiver als Wiedergabe und Schnitt sind erwartungsgemäß Compositing und Rendering, was ja auf einen schnelleren stationären Computer ausgelagert werden kann.
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